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Berichte

Fotos

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Allgemeines

"Partie an der Kirche"

Wie das Dorf Seeburg zu seiner Schmiede kam

"Seeburg/Osthavelland      Dorfstraße"

Rieselfelder schon seit 1888

"Kaufmann F.Brauer"

Mit dem Mauerbau begann das Ende

Gut Karolinenhöhe I

Märkische Dorfkirchen

Gut Karolinenhöhe II

Unsere Kirche

Soldatengräber klagen an

Seeburger Dorfkirche

Von der Kirche blieb nur eine Ruine

Denkmäler unseres Kreises

Folgende Artikel und Fotos wurden freundlicherweise von Frau Damrow recherchiert und zur Verfügung gestellt!

Bei Seeburg, einem märkischen Straßendorf, dessen historische Grundstrukturen auch heute noch deutlich ablesbar sind, kann von einer deutschen Gründung ausgegangen werden. Bereits 1283 kann eine erste urkundliche Erwähnung als "Seheberge" nachgewiesen werden. Die Existenz einer Pfarrstelle und damit verbunden einer Kirche läßt sich bis in das Jahr 1313 zurückverfolgen. Das gesamte Dorf "Seheborgk" wird im Landbuch von 1375 als Besitz des Klosters Spandau geführt. Zum Dorf gehörten damals etwa 45 Hufen Ackerland.

Die gesamte Gemeinde fiel nach der Auflösung des kirchlichen Grundbesitzes im Zuge der Reformation an den Kurfürsten. Die Verwaltung wurde dem Amt Spandau übertragen. Zu dieser Zeit lebten in Seeburg 12 Familien, überwiegend Bauern, die große Ackerflächen bewirtschafteten.

Im Schloßkataster von 1624 wurden 11 Hüfner, ein Hirt mit Knecht und ein Schmied gezählt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden große Teile des Dorfes verwüstet und mehrere Bauernhöfe von ihren Besitzern verlassen. Auf diesen Flächen wurde um 1652 eine Meierei des Amtes Spandau eingerichtet.

Nach einer weitgehend kontinuierlichen Entwicklung bestand die Gemeinde um 1840 aus 27 Wohnhäusern, Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Seeburg neben 9 Bauern auch verschiedene Handwerker (Bäcker, Müller, Schmied, Maurer, etc.) und einen Lehrer. Obwohl die Landwirtschaft nach wie vor überwog, war sie nicht mehr alleiniger Erwerbszweig in der Gemeinde. Um die Jahrhundertwende lebten in Seeburg etwa 400 Personen.

Die Kirchstelle, die nach 1450 nur noch Staakener Filiale war und durch das Pfarramt in Dallgow betreut wurde, konnte bis 1945 in dem mehrfach erweiterten und umgebauten Kirchengebäude untergebracht werden. Noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, als Seeburg heftig umkämpft wurde, brannte das Gebäude vollständig aus und ist auch heute nur als baulich gesicherte Ruine vorhanden.

Im zuge der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der Sowjetischen Besatzungszone durchgeführten Bodenreform wurden 373 Hektar Land an 38 ehemals landlose Dorfbewohner vergeben. 1953 gründeten 6 Seeburger Bauern die LPG "Einheit", die sich 6 Jahre später mit der Groß Glienicker LPG zusammenschloß. Bis 1989 war Seeburg weiterhin landwirtschaftlich geprägt.

Nach dem Mauerfall entwickelte sich Seeburg schnell zu einem Ort mit großflächigen Freizeit- und Erholungsangeboten. Dazu gehören ein Poloclub mit ausgedehnten Freiflächen und die 1993 eingeweihte Havellandhalle. Die Anlage eines 18-Loch-Golf-Platzes wurde bereits genehmigt und befindet sich derzeit in der Realisierung.

Aufgrund der attraktiven Lage an der Berliner Stadtgrenze setzte gleichzeitig eine verstärkte Wohnungsbautätigkeit ein. Vor allem der Neubau der Siedlung ,Fahrländer Weg" führte zu einer Verdopplung der Einwohnerzahl.

(Auszug aus dem FNP Seeburg)

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dorfstrasse.jpg (39741 Byte)
"Seeburg/Osthavelland      Dorfstraße"

kolonialwaren.jpg (34333 Byte)
"Kaufmann F.Brauer"

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Wie das Dorf Seeburg zu seiner Schmiede kam

Bitte des Dorfes blieb in Spandau zunächst ungehört / Von Kreisarchivar Holger Schenk

Die 1283 erstmals als "Seheberge" erwähnte Gemeinde Seeburg bestand im Jahre 1810 aus gerade 20 Wohnhäusern. Die Bewohner des kleinen Dorfes nördlich von Groß Glienicke waren ausschließlich in der Landwirtschaft tätig. Die Arbeit in den Ställen und besonders auf den Feldern brachte es mit sich, daß es viele Reparaturen an landwirtschaftlichen Geräten anfielen.

Bis 1810 mußten die Bauern diese Reparaturen selbst ausführen, denn eine Schmiede gab es im Dorf nicht. Im Sommer 1810 ergab sich dann die Möglichkeit einen Schmied in Seeburg anzusiedeln. Es hatte sich der Schmiedemeister Woyte aus Hohenschönhausen in Seeburg gemeldet und um eine Ansiedlungsgenehmigung nachgesucht.

In Hohenschönhausen betrieb Woyte eine Schmiede, deren Pachtvertrag im Oktober 1810 auslief. Hierauf wandte sich der Dorfschulze von Seeburg am 6.Juli 1810 an das Amt Spandau. Er legte die Gründe für die Notwendigkeit einer Schmiede dar und bat um Erlaubnis zur Ansiedelung des Schmiedemeisters Woyte.

Zunächst reagierte das Amt in Spandau nicht, worauf der Dorfschulze am 31. August 1810 erneut ein Gesuch verfaßte. Hierauf wurde am 15. September 1810 die Erlaubnis zur Ansiedelung des Schmiedemeisters vom Amt Spandau erteilt.
Dieser kam im Oktober 1810 nach Seeburg. Vom Gemeindeschulzen wurde ihm ein Platz "auf den Bergen nach den Fahrlandschen Hecken" zugewiesen. Dieser Platz reichte zur Errichtung einer Schmiede und eines Wohnhauses.

Außerdem war noch etwas Gartenland dabei, das der Handwerker nebenbei mit beackern konnte. Schmiedemeister Woyte baute zunächst aus eigenen Mitteln die Schmiede auf. Erst 1812 begann er mit dem Bau des Wohnhauses. Wo er zwischenzeitlich wohnte, berichten die Unterlagen im Kreisarchiv Potsdam nicht.

Am 12. Dezember 1812 erschien dann der Schmied beim Dorfschulzen und bat um Verleihung der Rechte eines Dorfbewohners von Seeburg. Diese beinhalteten u.a. die Zuerkennung eines Platzes in der Dorfkirche und die Erlaubnis zur Mitbenutzung der Dorfweide. Zum Erwerb eines Grundstückes wurde damals noch kein Dokument gefertigt. Das Fehlen eines solchen Schriftstückes wurde erst 1836 vom Amt in Spandau festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt war der Schmiedemeister Woyte bereits verstorben.

Damit schloß der Gemeindeschulze von Seeburg mit dem neuen Schmiedemeister Ritter den Kaufvertrag für das Grundstück. Mit diesem Vertrag erhielt der Schmiedemeister das Grundstück kostenlos. Dafür musste er für sich und seine Nachfolger die Verpflichtung eingehen, für das Dorf Seeburg das Amt des Spritzenmeisters ohne Belohnung auszuüben. Außerdem verpflichtete er sich, Schmiedearbeiten für die Dorfbewohner bei niedriegen Preisen vorrangig auszuführen.

Potsdamer Neue Nachrichten 5.6.92

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Rieselfelder schon seit 1888

Die Geschichte des Gutes Karolinenhöhe 1 Von Kreisarchivar Holger Schenk

Fahren wir heute auf der Potsdamer Chaussee von Groß Glienicke nach Spandau, so erscheinen rechter Hand hinter dem Landschaftsfriedhof Gatow die Rieselfelder von Karolinenhöhe. Gebüsch und Strauchwerk auf der linken Seite der Potsdamer Chaussee versperren dagegen den Blick ins Hinterland. Hier stand einst die Mauer.

Dort, wo die Potsdamer Chaussee nach einer leichten Rechtskurve in die Wilhelmstraße übergeht, stieß früher die Grenze auf der linken Seite am rechten Winkel auf die Potsdamer Chaussee. Parallel zur Chaussee verlief die Grenze dann bis Groß Glienicke. Exakt in diesem Grenzwinkel befand sich der Gutshof Karolinenhöhe.

Der Gutshof war Bestandteil der Gemarkung Seeburg. Erstmals wurde hier ein "Etablisse- Carolinenhöhe" in einem Amtsblatt der Regierung Potsdam des Jahres 1844 erwähnt. Aus dem Etablissement entstand noch vor 1860 ein Gut. Der erste Besitzer hatte zwei Bauerngüter in der Gemarkung Seeburg aufgekauft und zu einem Gut vereinigt. Vermutlich handelte es sich beim ersten Gutsbesitzer um Otto Wolffenstein. Dieser ließ von 1870 an den Gutshof Karolinenhöhe ausbauen.

1875 erwarb der Gutsbesitzer Udo Becker Karolinenhöhe. Damals gehörten ein Wohnhaus, eine Branntweinbrennerei, zwei Scheunen, mehrere Ställe sowie ein Gewächshaus zum Gutshof. Da das Wohnhaus zu klein wurde, ließ Udo Becker 1884 die Branntweinbrennerei zum neuen Gutshaus umbauen.

Im Januar 1888 schließlich erwarb der Magistrat von Charlottenburg das Gut Karolinenhöhe. Ab Juni 1888 begann der Magistrat mit der Errichtung von Rieselfeldern auf den Teilen des Gutes, die zwischen der Potsdamer Chaussee und der Gatower Straße lagen. Der Gutshof selbst wurde zunächst nicht benötigt. Zusammen mit etwa 200 Hektar Land, welches zwischen dem Gutshof und der Gemeinde Seeburg lag, wurde der an Friedrich Dieckmann aus Berlin verpachtet. Später folgte Amtsvorsteher Friese, Besitzer des Rittergutes Paaren, als Pächter von Karolinenhöhe.

Den Magistrat von Charlottenburg hat wohl die verwaltungsmäßige Zugehörigkeit des Gutes Karolinenhöhe zur Gemeinde Seeburg gestört. Daher versuchte man 1890 das Gut von Seeburg abzutrennen. Es sollte ein selbständiger Gutsbezirk entstehen. Aufgrund der Proteste des Bürgermeisters in Seeburg, der für die Gemeinde eine Steuereinnahmequelle schwinden sah, erteilte der Landrat des Kreises Osthavelland im April 1891 diesem Vorhaben eine Absage. Auch ein zweiter Abtrennungsversuch im August 1981 scheiterte.

In jener Zeit liefen die Arbeiten zum Bau der Rieselfelder bereits auf vollen Touren. Zeitweise waren 200 Arbeiter auf Karolinenhöhe tätig.

karolinen1.gif (17747 Byte)

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Mit dem Mauerbau begann das Ende

Das Gut Karolinenhöhe (Teil 2)

Als 1888 der Magistrat von Charlottenburg das Gut Karolinenhöhe gekauft hatte, kam es zur Errichtung von Rieselfeldern gegenüber dem Gutshof, rechts der Potsdamer Chaussee entstanden in jener Zeit Arbeiterwohnhäuser und ein Rieselwärterwohnhaus. Das alte Gutswohnhaus ließ 1893 der Magistrat für den Rieselmeister herrichten. Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges 1914 entstanden weitere Arbeiterwohnhäuser, eine Schnitterkaserne und Stallgebäude.

Nach der Eingemeindung Charlottenburgs nach Berlin wurde der Magistrat von Berlin Eigentümer des Rieselgutes Karolinenhöhe. 1924 ließ dieser zwischen dem Gutshof und dem Dorf Seeburg zwei weitere Arbeiterwohnhäuser, einen Stall, einen Schuppen sowie eine Scheune errichten. Es entstand der Wirtschaftshof Engelsfeld, der sich später zur Ansiedlung entwickelte.

Bis 1945 wurde das Rieselgut Karolinenhöhe genutzt. Die letzten Kämpfe des 2. Weltkrieges führten im Frühjahr 1945 auch zu Schäden am Gutshof Karolinenhöhe. Eine Scheune brannte nach einem Fliegerangriff völlig aus.

Im Zuge der Bodenreform im Herbst 1945 wurde der Gutsbesitz Karolinenhöhe enteignet. Einen Teil der Ländereinen erhielten Neubauern in Seeburg. Auf dem größeren Teil des Gutsbesitzes, etwa 300 Hektar, entstand 1947 das Volkseigene Gut Karolinenhöhe. Dieses konnte jedoch nicht mehr über die Rieselfel der jenseits der Potsdamer Chaussee verfügen, da diese vom Gut abgetrennt und nach Berlin eingemeindet wurden. Die Potsdamer Chaussee war somit die neue Grenze Seeburgs zu Berlin.

Im ehemaligen Gutshaus richtete man die Verwaltung des Volksgutes ein. Einige Meter vom Gutshof entfernt entstanden 1958 noch zwei Wohnhäuser mit acht Wohnungen für die Gutsarbeiter.

Mit dem Bau der Mauer im August 1961 begann das Ende des Gutes Karolinenhöhe, welches nun, mitten im Grenzgebiet liegend, kaum noch zugänglich war. Schon 1964 forderten die Grenztruppen die Stillegung des Gutsbetriebes und den Abriß der 1958 erbauten Wohnhäuser. Doch so schnell erfüllten sich die Wünsche der Grenztruppen nicht, denn Karolinenhöhe hatte "wichtige volkswirtschaftliche Aufgaben" zu erfüllen. Erst als 1977 der Grenzabschnitt Karolinenhöhe ausgebaut wurde, konnten die Grenztruppen ihr Vorhaben verwirklichen. Zunächst wurde zum 1. März 1977 das Volksgut Karolinenhöhe aufgelöst. Die Baulichkeiten und die Ländereien übernahm das volkseigene Gut Satzkorn. Dieses nutzte die Stallanlagen zur Bullenmast. Fünf Arbeiter waren hier beschäftigt. Entsprechend waren auch noch fünf Wohnungen in den beiden Wohnhäusern beim Gutshof bewohnt.

1979 erfolgte die endgültige Stillegung des Betriebes auf Karolinenhöhe. Die Grenztruppen forderten nun den Abriß aller Gebäude auf dem ehemaligen Gutsgelände, da diese gute Versteckmöglichkeiten für "Grenzverletzer" boten. Da jedoch nicht sofort Einigkeit über die Finanzierung der Abrißarbeiten erzielt werden konnte, zog sich deren Beginn bis Februar 1980 hin.

Danach ging es dann aber recht schnell, so daß bis zum April 1982 der gesamte Gutshof mit dem Gutshaus und allen Nebengebäuden verschwunden war. Am 1. April 1985 konnte schließlich der Abschluß der Abrißarbeiten an den beiden Wohnhäusern gemeldet werden. Damit waren alle Gebäude des ehemaligen Gutshofes Karolinenhöhe verschwunden.

Kreisarchivar H. Schenk

Wohngebäude auf dem Gut Karolinenhöhe

Bis zum Dezember 1985 wurden die beiden Wohngebäude auf dem Gut Karolinenhöhe abgerissen. Sie waren die letzten Häuser des Gutes. Foto: Kreisarchiv

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Märkische Dorfkirchen

Seeburg

Mit besonderer Freude habe ich immer wieder Dorfkirchen vorgestellt, deren Gemeinden sich aktiv – und daher erfolgreich – für die bauliche Erhaltung ihres Gotteshauses eingesetzt haben. Ich habe mit Wehmut über Kirchen berichtet, bei denen eine Aufgabe bzw. ein Abbruch in naher Zukunft vorauszusehen ist. Diesmal möchte ich sie in eine Gemeinde führen, die zu klein geworden ist, ihre Kirche in der bisherigen Form zu erhalten, die sie aber auch nicht abreißen wollte, obwohl nach Kriegsende nur noch die Außenmauern standen. Sie hat versucht, sich ihre Kirche doch noch als gemeinsame Gottesdienststätte zu erhalten.

Seeburg (Kirchenkreis Falkensee) wird von einer vielbefahrenen Verkehrsstraße zwischen den Fernverkehrsstraßen 2 und 5 geschnitten, d. h. man sieht beiderseits der Durchgangsstraße die Dorfstraße abzweigen und ahnt, dass die Wegeführung in diesem Gebiet früher einmal anders verlief. Die alten Seeburger erzählen davon, dass die Königin Luise von Schloß Charlottenburg kommend durch ihr Dorf nach Paretz fuhr. Seeburg liegt auf einer recht einförmigen, landwirtschaftlich genutzten Hochfläche und besitzt weder "See" noch "Burg". Aber schon die ersten urkundlichen Erwähnungen – 1313 als Seeborch, 1375 Seborg und 1473 Seheberge – weisen in die gleiche Richtung, geben jedoch auch keinen anderen Aufschluß. So bleiben nur die Deutungsmöglichkeiten, dass bei der deutschen Besiedlung Bewohner des Stammlandes der Askanier, etwa aus Seeburg im Kreis Eisleben, hier Fuß fassten oder der Ort nach dem ersten Locator (Siedlungskommissar), einem Herr von Seeburg, sich nannte oder benannt wurde.

 

Das Dorf unterstand seit 1321 dem Nonnenkloster zu Spandau, dann ab 1558 dem Amt Spandau; hierin hatten die Bauern und Kossäten ihre Abgaben zu entrichten bzw. Dienste zu leisten. 1313 ist Seeburg bereits Sitz eines Pfarrers, des Priesters Johann, der auch Mitglied des Kalands (Vereinigung von Geistlichen, später auch Laien) in Spandau war. 1450 waren die Pfarrhufen allerdings wüst, was darauf schließen lässt, das seither kein Pfarrer mehr im Dorf wohnte. Seeburg war Filia von Staaken, das wiederum Spandau unterstand. Nach der Reformationszeit übernahm der zweite protestantische Pfarrer von Dallgow, Peter Piekert, um 1560 für den hochbetagten Pfarrer Ebel (Staaken) die Vertretung für Seeburg und gab diese Vertretung trotz aller Ermahnungen des Amtes Spandau, nicht wieder ab. So wird Seeburg bis heute vom Pfarramt Dallgow mit betreut.

Die Kirche stammt noch aus der Besiedlungszeit. Im 13. Jahrhundert ist als erster Bauab-schnitt aus Feldsteinen der quadratische Chor als Kapelle errichtet worden. Danach hat man die Apsis angebaut, in der dann der erste Altar aufgestellt wurde. Später, als die Gemeinde größer wurde, hat man das eigentliche Kirchenschiff geschaffen und mit einer flachen Stuckdecke versehen, während die Decke des Chores ein schönes Kreuzrippengewölbe erhielt, das alle Stürme späterer Zeiten, den Dreißigjährigen Krieg wie auch den zweiten Weltkrieg, überstand.

1695 erhält die Kirche einen prachtvollen Barockaltar und eine neue Kanzel. Über der Predella mit dem üblichen Abendmahlsbild befand sich ein großes Altarbild; Maria und Johannes vor dem Kreuz. Das Gebälk war überreich mit Gold verziert. Zwei geschnitzte Engel flankierten den Altar. Da der Altar zu groß war, konnte er nur im Chorraum aufgestellt werden, und die Apsis blieb leer.

1715 erhielt die Kirche auf dem Westgiebel einen hölzernen Turmaufsatz. Damit hatte sie ihre endgültige Gestalt gefunden, zu deren Vervollkommnung immer wieder neue Generationen beigetragen hatten. Das alte Kirchensiegel überliefert uns das Bild der damaligen Kirche. All das ist heute so nicht mehr vorhanden. Als im April 1945 um Seeburg Kampfhandlungen stattfanden, ging das Dorf mit der Kirche in Flammen auf. War es das Ende des Dorfes Seeburg? Man hätte es damals fast annehmen können. Doch Seeburg lebte wieder auf.

Betritt man heute das Kirchhofsgelände, steht gleich links eine große Tafel mit den Namen von 68 deutschen Gefallenen, die noch in den letzten Kriegstagen hier ihr Leben ließen. Gehen wir weiter auf die Kirchenruine zu, erwartet uns eine Überraschung: In ihr ist neuer Raum geschaffen, ist Leben.

Obwohl das Kirchenschiff mit Turm und Glocken zerstört war, konnte in den ersten Jahren nach 1945 im Chorraum – wirklich nur notdürftig – ein neuer Kirchenraum, vergleichbar der Kapelle des ersten Bauabschnittes, ausgebaut werden, wobei der Triumphbogen zum offenen Kirchenschiff vermauert wurde. Als Altar diente wieder der alte Altarblock in der Apsis. Ein Künstler schuf ein neues Kruzifix. Die jetzige Kanzel ist eine geschickte Tischlerarbeit, die bewusst an barocke Elemente anlehnt. Die Taufe ist sehr einfach, ebenso das Gestühl.

Gleichzeitig ließ Pfarrer Grützmacher damals am Westende des Kirchenschiffes einen kleinen Raum abtrennen und provisorisch überdachen: der neue Gemeinderaum. Für die beiden neuen Stahlglocken wurde ein Glockenstuhl auf dem Friedhofsgelände errichtet.

Als Pfarrer Dietrich Stechow (Dallgow) 1970 die Gemeinde übernahm, war eine große Renovierung notwendig, bei der für viele Provisorien endgültige Lösungen gefunden werden mussten. Zur Konfirmation 1974 konnte die Kirche wieder eingeweiht werden. Heute bedroht Nässe die Wände im Chorraum, und auch im Gemeinderaum wäre einiges zu tun.

Die Gemeinde ist klein geworden; von den alten Seeburgern sind es nur noch zwei Familien. Der Kirchhof macht aber einen sehr gepflegten Eindruck. Nun sollte die Gemeinde, vielleicht von einigen Gemeindemitgliedern aus Dallgow unterstützt, auch daran gehen, die genutzten Teile der alten Dorfkirche erneut herzurichten, damit Gottes Wort und Gotteslob auch künftig hier in einer würdigen Umgebung verkündet werden kann.

Dieter Mehlhardt

( Dank an BüroServiceAgentur Regina Marten, die diesen Artikel freundlicherweise abgetippt hat ! )

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Unsere Kirche

Die Kirche zu Seeburg

von Pastor Dietrich Stechow

Anläßlich der Neueinweihung der renovierten Kirche am Konfirmationstage

Die Kirche zu Seeburg

Die Kirche zu Seeburg ist in spätromanischer Zeit in der ersten Hälfte des 13. Jh. aus Granitfelsen errichtet worden. In einer Urkunde aus dem Jahre 1313 wird schon für Seeburg ein eigener Pfarrer erwähnt. Der Name des Dorfes wurde damals "Seeborch" geschrieben.

An unserer Kirche sind drei Bauteile erkennbar. Das Kirchenschiff (1), früher mit hölzernem Turm, daran anschließend (11) in geringerer Trauthöhe u. geringerer Breite und Dachöhe der nahezu quadratische Chor und endlich (III) die halbrunde Apsis. Es ist zu vermuten, dass ursprünglich zunächst nur Chor und Apsis (II + III) als Kapelle gebaut wurden (der mittelalterliche Altar stand dann in der Apsis) und später das Kirchenschiff (I) hinzugefügt wurde. Der Chorraum besitzt eine sehr schöne spätromanische Wölbung, die alle Stürme (z. B. 30-jähr. Krieg u. II. Weltkrieg) überdauert hat.

Der Hölzerne Turm stammte aus dem Jahre 1715. Das Kirchenschiff besaß eine flache Stuckdecke aus dem 18. Jh. Die Kirche besaß einen sehr schönen Barockaltar und eine ebensolche Kanzel. Beide wurden am 15. Okt. 1695 eingeweiht. Über dem Altar war als Predella ein auf Holz gemaltes Bild des Hlg. Abendmahls; darüber das Altarbild: Maria und Johannes am Kreuz (Künstler unbekannt). Sehr schöner Rahmen (geschnitzt, z. T. vergoldet), der Altar von zwei geschnitzten Engeln flankiert. Da der Altar in der Apsis keinen Platz fand, rückte man ihn in den Chorraum und die Apsis blieb frei.

Seit dem Ende des 19. Jh. wurde das Nachbardorf Döberitz nicht mehr bewohnt und lag inmitten des neu geschaffenen Truppenübungsplatzes. Damit verlor auch die Seeburger Dorfstraße, auf der einst z. B. die Königin Luise von Charlottenburg kommend über Döberitz nach Paretz fuhr, ihre Bedeutung. Als aus den Übungen auf diesem Platz zum zweiten Male blutiger Ernst wurde, schrieb man das Jahr 1945. Noch in den letzten Kriegstagen brannte die Kirche aus und damit ging die ganze wertvolle Inneneinrichtung verloren (vor allem der wertvolle Schnitzaltar, die Orgel und das Patronatsgestühl).

Im Chorraum (II + III) entstand eine Notkirche und die Gemeinde kehrte somit zu den Zuständen in den ersten Anfängen der Kirche im Mittelalter zurück. Alte Kirchenakten aus dem vorigen Jahrhundert zeigen, dass der Kirchenbesuch in Seeburg schon damals oft sehr gering war.

Will uns Gott vielleicht durch diese Rückführung in die kleinen Anfangsverhältnisse der Kirche mahnen, endlich neu anzufangen? Und nützen wir die Gelegenheit des Neubeginns und gehen wir unter sein Wort und an seinen Tisch?

In den ersten Jahren nach 1945 konnte im Chorraum nur notdürftige ein Kirchraum geschaffen werden. Der Altar war wieder in der Apsis gestaltet und ein Künstler-Freund des damaligen Pf. Grüztmacher schuf einen schönen geschnitzten Kruzifixus. In der Ruine des ehemaligen Kirchenschiffes (I) wurde ein Gemeinderaum notdürftig eingebaut, als Baumaterial musste man weithin altes vorhandenes Gut verwenden. So wurden z. B. als Fenster vorhandene Scheiben aus der Veranda des Dallgower Gemeindehauses verwendet. Auch die Dielen waren schon alt und gebraucht. Im Laufe der Jahre hatten beide Räume sehr gelitten: im Gemeinderaum waren die Dielen verfault, im Kirchenraum fiel der Putz von den rauchgeschwärzten Wänden, die Beleuchtung versagte und der Raum war durchaus unwürdig.

Wir danken heute Gott, der uns geholfen hat mit verhältnismäßig geringen Mitteln beide Räume wieder herzurichten. Noch manches bleibt zu tun: Ausbesserung der Fenster, Streichen derselben, der Türen und der Wände, Beschaffung eines zweiten elektrischen Ofens. Mit vereinten Kräften werden wir, die Gemeinde, auch dies schaffen. Mögen wir nie vergessen, dass wir das steinerne Haus Gottes nur erneuern können, wenn wir uns selbst neu machen lassen.

( Dank an BüroServiceAgentur Regina Marten, die diesen Artikel freundlicherweise abgetippt hat ! )

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Der Sozialdemokrat Nr. 164 v. 17.07.1946

Soldatengräber klagen an

In der Kaserne Ruhleben wurden 300 Menschen erschossen

 

Es war nur eine Meldung von wenigen Zeilen, die kürzlich durch die Berliner Presse ging und den Vorhang über einem Drama lüftete, das sich in den letzten Wochen des Krieges abge-spielt hat, unbeachtet im Sturm der Ereignisse von denen, die um ihre nackte Existenz rangen und erschreckend für die, die gleich jenen ermordeten 300 Soldaten den Wahnsinn des Krieges erkannt hatten und sich irgendwo versteckt hielten.

Karolinenhöhe heißt das auf Spandauer Boden gelegene Stadtgut und Engelsfelde sein Vorwerk, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft vor etwas mehr als zwei Jahren diese 300 Soldaten eine unwürdige Grabstätte fanden.

Ein strahlend heller Sommertag lässt nichts mehr von den Schrecken ahnen, die über dieses Land hinweggerast sind. Voll und gelb steht das Korn auf den Schlägen des Stadtgutes, der Raps reift der nahen Ernte entgegen, und der Wald schickt würzigen Kieferndurft herüber. Am Rande des Waldes, der schon zum Kreis Osthavelland gehört, zweigt von der Chaussee Spandau – Potsdam ein Feldweg ab, sanft ansteigend mit tiefem, rieselndem Sand. Rechts dehnt sich der Getreideschlag eines Neubauern, Gerste und Hafer gemischt, spärlich gewachsen auf dem kahlen Boden. Und als der Wald nach links zurückweicht und eine breite Lücke lässt, sagt unser Begleiter: "Hier ist es". Wir sehen zunächst nicht viel, aber dann erkennen wir sechs lange, flache Hügel, verwahrlost und mit dürrem Gras bewachsen, auf denen zwei trockene, dunkelbraun gewordene Kränze dorren. Die Hügel heben sich kaum vom Erdboden ab. Nur ein Stein verrät die Grabstätte, willkürlich gesetzt über dem Haupt eines Toten, von dem die Trauernde nicht wusste, gar nicht wissen konnte, ob der dort ruht, den sie meinte. Aber sie wusste: er ist unter diesen 300 "Dr. Ing. Bruno Siebert, 28.7.07 – 17.3.45" – mehr sagte der Stein nicht. Als der Mord geschehen war, ließ die Wehrmacht eine Tafel mit folgendem Inhalt aufstellen: "Beisetzungsstätte der Garnison Spandau. Bei widerrechtlichem Betreten wird ohne Anruf geschossen." Sie müssen Angst gehabt haben, dass auch die Toten noch etwas erzählen könnten. Die Bevölkerung in der Umgebung bewies jedoch, dass sie keine Furcht kannte, und genau so dachte wie die erschossenen Soldaten. Sie schmückten die Gräber mit Blumen, die allerdings am nächsten Tag, auf höheren Befehl, stets wieder entfernt worden sind.

Opfer der letzten Wochen des Krieges klagen hier an. Opfer einer Wahnsinnspolitik, die ein Dogma über den Menschen stellte. Aber sie beweisen auch, dass das deutsche Volk keineswegs daran dachte, widerspruchslos alles über sich ergehen zu lassen, was seine Gewaltherrscher mit ihm vorhatten. Sie wollten einen Krieg nicht mehr mitmachen, von dem sie erkannt hatten, dass seine Fortführung über noch längere Zeit den Untergang des ganzen deutschen Volkes bedeutet hätte. In der Kaserne Ruhleben hatte man sie im März und April erschossen. Nachts wurden die entkleideten Leichen dann in Lastautos nach Engelsfelde gefahren und in die flachen Gruben geworfen, die vorher von den Gutsarbeitern ausgeworfen werden mussten. Keine Erkennungsmarken, keine Tafel sollte verraten, wer hier verscharrt wurde. Auch wir wissen keine Namen. Aber wir wissen, dass sie alle von dem Gedanken beseelt waren, Zwang und Terror abzuschütteln, und damit der Freiheit eine Bresche zu schlagen. Als namenlose Freiheitskämpfer grüßen wir sie heute.

( Dank an BüroServiceAgentur Regina Marten, die diesen Artikel freundlicherweise abgetippt hat ! )

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Seeburger Dorfkirche

Rekonstruktion des romanischen Baues

Die Halbrundabsis spricht für eine Bauzeit um 1200, wenn nicht sogar um 1180 – denn Anfang des 13. Jahrhunderts wurde schon der gerade, geschlossene Chor angewendet.

Da auch das Schiff, welches, wie einwandfrei feststeht, später angebaut wurde, der roma-nischen Zeit angehört, muss, um eine sachliche Trennung der 2 Bauzeiten zu begründen, der Chor um 1180 erbaut worden sein, da später als um 1210 das Schiff nicht erbaut worden sein kann in der Gegend diesseits der Havel.

Die Absis hatte ursprünglich 3 Fenster wie die Verputzungen deutlich zeigen.

Der Chor bzw. ursprünglich die Kapelle hatte kleine vorliegende Fenster, von denen sich noch eins erhalten hat, wie die Putzspuren es im Inneren zeigen. Die Tür ist wohl ohne weiteres anstelle der heutigen anzunehmen. Wie der Westgiebel des Chors zeigt, war er ehemals freistehend nach Westen, der Fugenstrich zeigt dies noch deutlich.

Um 1210 ist dann das Schiff in derselben Granittechnik angebaut worden, zur Kapelle wie zum Chor wurde der Triumphbogen durchgebrochen. Vom Dorf aus war das Schiff durch eine Giebelmauer der Westseite zu erreichen, welche in verändertem Zustande erhalten ist.

Aus Ziegel: Format 26/28, 14 – 14,5, 7,5 – 8, Schichtung: 1 Reihe Läufer, 1 Reihe Binder

Mauertechnik sehr schlecht, außen verputzt, das Holzwerk des Turmes zum Teil in das Mauerwerk laufend.

Hieraus ergibt sich, dass die Giebelmauer errichtet wurde, nachdem der Glockenstuhl bereits stand. Die Westwand des Turmes ist massiv gemauert, jedoch nicht aus Klosterformatsteinen.

Zum Erdgeschoss des Turms öffnet sich das Schiff durch einen mächtigen Rundbogen, dessen Kante nach dem Schiff hin gebrochen ist.

Der in der Breite des Schiffes im Erdgeschoss ausgeführte Turm scheint wie das Mauerwerk zeigt nicht über der Dachtraufe des Schiffes hinausgekommen zu sein. Stattdessen wurde vermutlich im 14. Jahrhundert aus Ziegeln ein Giebel und eine Turmwestwand erbaut, während die anderen Seiten des Turmes mit Holz verkleidet wurden, die Spitze wurde mit Schindeln gedeckt.

Die am Triumphbogen angebrachte Jahreszahl 1554 lässt auf eine große Instandsetzung schließen, damals scheint auch die Kapelle, welche bescheidene Renaissancemerkmale trägt, angebaut worden zu sein.

Das Sakramentshäuschen möchte ich noch aus gebräuchlichen Gründen in die katholische Spätgotik setzen.

1695 wird wie urkundlich überliefert der bestehende Altar errichtet und vermutlich die Kirche renoviert, die Anbringung dieser Zahl am Triumphbogen lässt darauf schließen.

An selbiger Stelle – auch schriftlich überliefert – ist das Jahr 1715, damals bekam die Kirche neues Gestühl und die Empore.

1731 erhält der Turm eine neue (kupferne) Wetterfahne mit Jahreszahl.

Im 18. Jahrhundert wird eine neue Stuckdecke gespannt.

Im letzten Friedensjahre 1914 wird die Kirche in der Zeit vom März bis Oktober vollständig restauriert, der erste Kriegsgottesdienst muss im (ungeweihten) Gotteshause abgehalten werden.

1936 muss der Turm wegen Baufälligkeit abgetragen und neu aufgebaut werden.

Seeburg, den 01.08.1936

( Dank an BüroServiceAgentur Regina Marten, die diesen Artikel freundlicherweise abgetippt hat ! )

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Seeburg ist ein Straßendorf, wobei die Dorfstraße jedoch quer zur heutigen Durchgangsstraße liegt. Das hat seinen Grund darin, dass früher der Weg vom Havelland nach Spandau in dieser nordöstlichen Richtung führte, so dass auch die Dorflage entsprechend angeordnet war. Seeburg war zunächst ganz auf Spandau ausgerichtet. 1332 hatten die Nonnen in Spandau einen Hof mit 10 Hufen im Dorf erworben. Das Kloster scheint diesen Kauf nicht bereut zu haben, denn 1375 hatte es bereits das ganze Dorf in seinem Besitz. Nach der Reformation fiel Seeburg wieder an den Kurfürsten, der es seinem Amt Spandau übertrug. Pächter waren damals einzelne Bauern (Hüfner), die recht große Flächen bewirtschafteten, so der Schulze und ein Bauer je 6 Hufe (1 Huf etwa 30 Morgen), 2 Bauern hatten je 4 Hufen, ein Bauer 5 Hufen und der Pfarrer 3 Hufen und die Meierei. Weitere 5 Höfe mit zusammen 26 Hufen lagen nach dem 30jährigen Krieg noch wüst.

Schon 1313 ist Seeburg als Sitz eines Pfarrers, überliefert, damals des Priesters Johann, der auch Mitglied des Kalands von Spandau war. Doch schon vor der Reformation wurde Seeburg dann von "auswärts" betreut. Der erste evangelische Pfarrer von Dallgow, Peter Rink (1540 – 1559), übernahm für den 80jährigen Pfarrer von Staaken, Ebel, zunächst die Vertretung für Seeburg und gab diese Verwaltung, trotz aller Einwendungen des Spandauer Amtes, nicht wieder her. Seitdem untersteht Seeburg – auch heute noch – dem Dallgower Pfarramt.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die Gemeinde die Kirche und vor allem auch die umliegende Friedhofsanlage in einem sehr guten, gepflegten und aufgeräumten Zustand erhält.

Text: Dieter Mehlhardt

n – 16./17. März 1985

( Dank an BüroServiceAgentur Regina Marten, die diesen Artikel freundlicherweise abgetippt hat ! )

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19.04.93

Von der Kirche blieb nur eine Ruine

Seeburger spendeten für Renovierung / von Kreisarchivar Holger Schenk

Über Jahrhunderte hinweg leistete die im 13. Jahrhundert errichtete Feldsteinkirche in Seeburg ihre Dienste. Mehrmals wurde sie erneuert oder umgebaut.

Ende des vorigen Jahrhunderts wurde dann eine umfassende Restaurierung erforderlich. Da aber das notwendige Geld fehlte, wurden im Juni 1874 lediglich die Orgel und im Oktober 1896 der Altar erneuert. Im Sommer 1910 erfolgte der Einbau einer Heizungsanlage. Anlässlich einer Kirchenvisitation durch den Superintendenten Miething 1911 wurde festgestellt, dass die Seeburger Kirche innen völlig renoviert werden muss.

Aber auch diese Forderung verhallte ungehört, da die notwendigen Gelder fehlten. Erst durch einen Hinweis des Kirchenmalers Ernst Fey aus Berlin im Februar 1914 wurden die Forderungen des Superintendenten wieder aufgegriffen. Es konnten der Rittergutsbesitzer Otto von Wollank aus Groß Glienicke, die Stadt Charlottenburg und die Julius-Lazarus-Stiftung als Geldspender gewonnen werden. Zusammen mit den Spenden der Bewohner von Seeburg wurde eine Summe von 3262 Reichsmark aufgebracht, so dass im März 1914 die ersten Renovierungsarbeiten in Angriff genommen werden konnten.

Zunächst wurde von den Außenwänden der Kirche der Putz entfernt, so dass die alten Feldsteine wieder zum Vorschein kamen. Danach erfolgte die Erneuerung der Treppen. Nach dem Einbau einer elektrischen Beleuchtung wurden noch für den Altarraum zwei neue Fenster mit Glasmalereien angeschafft. Anschließend gestaltete der Kirchenmaler Ernst Fey die Kirche farblich aus.

Vom Rittergutsbesitzer von Wollank wurden noch handgeschnitzte Patronatsstühle gestiftet. Für den Herbst 1914 war die feierliche Einweihung der renovierten Kirche geplant. Da der erste Weltkrieg begann, kam es nicht dazu. Schon am 2. August 1914 fand in der noch nicht fertigen Kirche ein Gottesdienst statt, in dem die einberufenen Bewohner Seeburgs verabschiedet wurden.

Die eigentliche Einweihung der Kirche wurde dann am 27. September 1914 in aller Stille vollzogen. Da die Gesamtkosten der Renovierung höher waren als die Spendensumme, beglich die Kirchengemeinde aus ihrer Kasse den Mehrbetrag. Die Freude der Seeburger über ihre renovierte Kirche dauerte jedoch nicht lange.

Am 27. März 1917 wurde ein Befehl über die Beschlagnahme von Kirchenglocken aus Bronze für Kriegswirtschaft erlassen. Das traf auch die Seeburger Kirche. Erst im Jahr 1925 erhielt die Kirche wieder eine Glocke, sogar mit elektrischem Antrieb. 1929 wurde dann noch das Dach instand gesetzt.

Bis 1945 wurde dann die Seeburger Kirche noch genutzt, bevor sie kurz vor Kriegsende niederbrannte. Heute ist nur noch eine Ruine dieser alten Feldsteinkirche zu finden.

( Dank an BüroServiceAgentur Regina Marten, die diesen Artikel freundlicherweise abgetippt hat ! )

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Denkmäler unseres Kreises (24)

Seeburg : Kirchenruine

Sie spiegelt sieben Jahrhunderte havelländischer Ortsgeschichte

An der Straße von Groß-Glienicke nach Falkensee liegt Seeburg, die nördlichste Gemeinde unseres Kreises. Der Ort befindet sich auf einer weiten, landwirtschaftlich genutzten Hochfläche, und Ausflügler kommen selten hierher. Denn weder ein See noch eine Burg sind in der näheren oder auch weiteren Umgebung des Dorfes zu finden. Wie kam also Seeburg einst zu diesem Namen?

Auch die frühen urkundlichen Erwähnungen weisen in die gleiche Richtung: 1283 als Segeberge, 1313 als Seborch und 1321 als Segeborgk. Da im Mittelalter oft die Bezeich-nungen für "Berg" und "Burg" gleichlautend waren, wie sich auch hier wieder zeigt, bleibt als Deutungsmöglichkeit nur, dass der Ortsname auf die Herkunft der deutschen Siedler verweisen sollte, die danach vermutlich aus Seeburg, Kreis Eisleben, stammten. Aber es gab in der Besiedlungszeit des 12. Jahrhunderts auch einen Locator (Siedlungskommissar) namens von Seeburg. Vielleicht sollte ihm im Ortsnamen ein Denkmal gesetzt werden?

Aus der frühen Zeit, in der die genannten Ortsnamen in Urkunden verwendet wurden, stammt auch das Denkmalsobjekt, das in diesem Dorf unter den Schutz des Gesetzes gestellt wurde; die noch erhaltenen Teile einer frühen, spätromanischen Feldsteinkirche des 13. Jahrhunderts. Als die Kirche im Frühjahr 1945 durch Beschuss so stark zerstört wurde, dass nur Gebäude-teile (Chorraum, mit sehr schönem Kreuzgewölbe, Unterteil des Turmes, Umfassungsmauern des einstigen Kirchenschiffes) erhalten blieben, erachtete man diesen frühen Sakralbau für so wesentlich, dass man auch diese Reste der alten Bausubstanz unter gesetzlichen Schutz stellte.

Zerstört sind in dem Bau leider der Altar von 1695 mit auslandenden Seitenteilen (Wangen), und einem ungewöhnlich großen Altarbild, dessen Rahmen von einer seitlich auf einem Postament stehenden Jünglingsfigur gehalten zu werden schien. Auch der erst im 16./17. Jahrhundert auf das vorhandene Dach verbrachte Turmaufsatz aus Holz ist leider vernichtet worden. In den fünfziger Jahren hat die Gemeinde einen behelfsmäßigen Glockenstuhl auf dem Friedhofsgelände errichtet sowie den Chorraum ausgebaut und durch eine Mauer vom jetzt offenen Kirchenschiff abgetrennt. Dieser Chorraum ist nun die "Kirche" der kleinen Gemeinde.